|
Auf
großer Fahrt 8
Tage „Fränkische Schweiz“
Nachdem wir in der Vergangenheit schon etliche Reiseziele in Deutschland und Nachbarstaaten bereist haben, hat unsere langjährige Übungsleiterin Inge Jackl und das Busunternehmen Bethke die Fränkische Schweiz als Urlaubsziel ausgewählt. Nach pünktlicher Abfahrt in Hungen haben wir in Pommersfelden unsere erste Mittagspause gemacht und anschließend dass Schloss Weißenstein besichtigt. Erbaut wurde die mächtige Schlossanlage im Jahre 1700 von Lothar Franz zu Schönborn, Kurfürst und Erzbischof von Mainz und Bamberg. Er selbst hat den imposanten, wunderschönen Treppenaufgang im Schloss geplant. In den Schlossräumen ist eine der wertvollsten Gemäldegalerie alter, berühmter Meister untergebracht. Der Schlossinnenhof wird von einem halbkreisförmigen Marstall umgeben. Weiter ging die Fahrt durch das Wiesenttal bis zu unserem Hotel „ Goldener Stern“ in Muggendorf. Der Empfang war auf fränkische Art herzlich und ungezwungen. Der pensionierte, elanvolle Pfarrer des Ortes war ab den 2. Tag unser Reiseführer für 4 schöne und lehrreiche Tage. Erbaut auf 7 Hügel, besichtigten wir mit ihm die alte Barock-Stadt Bamberg mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten: den Dom mit den einzigen Pabstgrabmahl in Deutschland von Clemens II., mit Bamberger Reiter und das Grabmal von Heinrich und Kunigunde mit Motiven von Tillmann Riemenschneider, die Altstadt mit palastartigen , barocken Bürgerhäusern am grünen Markt und den Böttingerhaus – einem prachtvollen Palais. Wegen der besseren Verteidigung ist auf einer Insel in der Pegnitz das berühmte „Alte Rathaus“ erbaut. Imposant sein altes Fachwerk mit farbenfroher Fassadenmalerei. Der Blick schweift weiter zu den am Flussufer gelegenen romantischen Fischer-Gerber-Färber-Viertel - genannt auch „ Klein Venedig“. Unvergessen für viele die Spezialitäten Bambergs: Bamberger Hörnchen, Schäufele und das „Schlenkerla Rauchbier“. Der Name ist entstanden durch den Volksmund. Er nannte einen früheren Bauer des Hauses wegen seines schlenkerten Ganges, der die Folge eines Unfalles war, einfach „ das Schlenkerla“ und verlieh diesen Namen den seit 1678 bestehenden Brauhaus. Der Geschmack des Bieres entsteht durch das Räuchern von Malz mit brennendem Buchenholz. Nicht nur für Kirchen, Konfessionen und Fürstenhäuser war unser Reisebegleiter Spezialist, das bewies er am 3. Tag unserem „Landtag“, wo er uns in die Seitentäler links und rechts der Wiesen führte. Das Wildwasser des Flusses ist ein Geheimtipp für Kanu-Fahrer. Den Anfang des Besichtigungsprogramms machte die Teufelshöhle, eine der bekanntesten Tropfsteinhöhlen in der fränk. Schweiz, wo in früheren Zeiten Höhlenbären lebten. Es folgte das herrlich gelegene Fränkische Museum in Tüchersfelden, untergebracht im „Judenhof“, dem Schloss zugehörigen Gebäude. Hier ist die Geschichte bis zur Eiszeit, die Entstehung der fränkischen Landschaft und das Leben und Arbeiten der Landbevölkerung zu besichtigen. In diesem Jahr ist im Museum eine Elisabeth-Ausstellung aufgebaut. Elisabeth lebte zwangsweise für einige Zeit im benachbarten Pottenstein, bevor sie nach Marburg ging. Die Mittagsrast führte uns auf das Hochplateau der Burg Waischenfeld. Nach dem Essen begann es zu regnen. Der Regen richtete keinen Schaden an, denn unser nächstes Reiseziel war in der Gemeinde Lilling ein gepflegter, landwirtschaftlicher Selbstvermarkterhof. Die Informationen über die Arbeit am Hof, den Hopfenanbau, Besichtigung der Hopfen - Trockenmaschine und der eigenen Schnapsbrennerei wurden uns verständnisvoll vorgestellt. Anschließend verwöhnte uns die Chefin im gemütlichen Bauernstüber’l mit Kaffe, selbstgebackener Torte und Schnäpsen aus eigener Herstellung. Unser 4. Reisetag war unser „Nostalgie-Tag“. Bei herrlichem Wetter unternahmen wir mit der Museumsdampfeisenbahn eine Fahrt nach Ebermannstadt, wo gerade - wie konnte man es besser treffen - heute Kirchweih war. Nach Rundgang, der Stadtbesichtigung mit altem Mühlrad traten wir wieder mit der Museumsbahn die Heimreise nach Muggendorf an. Ein stimmungsvoller Abend, mit Alleinunterhalter und Tanz, beendete den Tag. Einmal in der Nähe der tschechischen Grenze fährt man auch gerne in das sogenannte „Bäderdreieck“. Diese Fahrt haben wir am 5.Tag unternommen. Ab Eger begleitete uns eine Reiseführerin und wir fuhren zuerst nach Franzensbad – ein Bad mit dörflichem Charakter. In den letzten Jahren, ab 1993 ist sehr viel renoviert worden. Alle Gebäude sind in den Farben gelb und weiß gestrichen. Die Trinkhallen mit den Glaubersalz-Quellen, das Kurhaus mit Spielkasino erstrahlen wieder im alten Glanz. Im Kurpark steht die Bronzefigur eines kleinen Jungen, den kleinen „Franzl“. Das Berühren eines Körperteiles verspricht Fruchtbarkeit. Städtisch vornehm dagegen unser nächstes Reiseziel: das Weltbad Marienbad. Mehrstöckige majestätische Kurhäuser, Hotels und Geschäfte mit höchsten Einkaufskomfort sind ebenfalls in den Fassadenfarben gelb und weiß gehalten. Laut Aussage der Reisebegleiterin soll diese Farbzusammenstellung Gesundheit und Wohlbefinden signalisieren. Weitere Sehenswürdigkeiten sind in Parks großzügige eingebettete Kuranlagen, der Rundbau der katholischen Kirche. Diese wird wieder in der letzten Zeit von den Mönchen des Klosters Tepl betreut. In einer kunstvollen altertümlichen Eisenkonstruktion erbauten Trinkhalle trinken die Kurgäste ihre Heilwässer und verweilen dort. Vor dieser Trinkhalle befindet sich auf einen freien Platz ein wasserspeisendes Brunnen-Ensemble, das seine vielen unterschiedlich hohen Wasserfontänen nach gespielter Musik verändert. Auf der Heimfahrt waren alle Mitreisenden von Marienbad tief beeindruckt wegen der Architektur, den Waldreichtum mit vulkanischen heißen Quellen und das Vorkommen verschiedenartigster Heilwässer auf engsten geographischen Raum. Unser „ kulturelles Schmankerl“ am 6. Tag unserer Reise war der Besuch der Festspielstadt Bayreuth. Im Festspielhaus auf den „Grünen Hügel“ hatten wir eine separate Führung.Der Baustil, des eng und tiefliegenden Orchesterraums, sowie die gesamte Innenausstattung besteht aus Holz und die dadurch erzielte Akustik waren beeindruckend. Richard Wagner selbst hat die Baupläne für „ sein Konzerthaus“ erstellt. aus seinen vielen Erfahrungsreisen im In- und Ausland. Grundsteinlegung am 22. Mai.1872, Richtfest am 02. August.1873. Seine Grabstätte und die seiner Frau Cosima haben wir im Garten seines Hauses, genannt „Wahnfried“ besichtigt, ebenso das Neue Schloß mit Markgräfin-Brunnen, das Alte Schloß mit Stadtkirche und das Markgräfliche Opernhaus. Wenige Kilometer vor der Stadt liegt die „Eremitage“, ein vom Roten Main umflossener großzügig angelegter Lustgarten mit Schlössern, den Sonnentempel, Wasserspielen und Laubengängen. Die Rückfahrt führte uns noch vorbei an der Basilika von Gößweinstein mit der meisterlichen Barockausstattung von Balthasar von Neumann. Ein gleichzeitig stattfindendes Orgelkonzert in der Basilika krönte den Abschluß unserer Tagesfahrt. Am Morgen des 7. Tages wanderten wir von Muggendorf ein Stück den Frankenweg der Wiesent entlang zur Burg Niedeck – den Wahrzeichen der Franken. Nach beschwerlichem Aufstieg, sahen wir von der Burg, unser Wanderziel im Tal liegend, die Stadt Streitberg. Hier ist die bekannte „Alte Kurhaus-Brennerei Steitberg“ beheimatet. Von der Geschäftsführung und den Brennmeister wurden wir herzlich empfangen. Nach aufschlussreicher Betriebsführung konnten wir im praktischen Teil den Unterschied von Brand-Geist- und Kräuterlikör durch Produktproben kennen lernen. „Hertleins Streitberger Bitter“ ist das Spitzenprodukt des Hauses, welcher aus 53 verschiedener Kräuter, Rinden, Beeren, Wurzeln und Früchten hergestellt wird. Den Heimweg zu unserem Hotel konnte man zu Fuß oder mit den Planwagen bewältigen. Nach kurzer Ruhepause ging unser Abschiedsabend lustig weiter. Eingeleitet durch ein kalt - warmes Galamenü und Sketche, Gedichte und Musik vorgetragen von der Gruppe. Unsere Inge hat als Erinnerung an die schönen Tage, ein von uns allen am Abend gemaltes Bild, mit Motiven der Reise überreicht bekommen. Aber es hilft kein Sträuben –nach Eintrag in das Gästebuch und Übergabe unseres Vereinswimpels mussten wir leider nach herzlichem Abschied die Heimreise antreten. In Rothenburg ob der Tauber legten wir einen Zwischenstopp ein. Egal, wie viele Touristen sich da tummeln, es ist einfach eine zauberhafte romantische Stadt. Man kann auf der alten Stadtmauer entlanggehen, über den Marktplatz schlendern und das wunderschöne Rathaus bewundern, ebenso die bunten Glasfenster und den Altar von Riemenschneider. Die Weihnachtsgeschäfte von Käthe Wohlfahrt interessierten nicht nur die Japaner. So geht unsere Reise zu Ende. Es waren abwechslungsreiche Tage, die wir so schnell nicht vergessen werden und sagen „ DANKE INGE „ und fragen gleich nach: Wohin geht es nächstes Jahr?
|
Bilder Anlicken zum Vergrößern
|